Wohnen
Wohnhaus Am Waldesrand
Neubau
Mit den Naturgesetzen beginnend, ist die Welt voller Regeln und Prinzipien, die im Lauf der Entwicklung der verschiedenen Zivilisationen entstanden sind – was es uns allen erlaubt, uns je nach Neigung und Geschmack aus all den kulturellen, Denk- und Glaubenssystemen die Leitlinien auszuwählen, die zu uns passen. Im chinesischen Qi Gong gibt es zum Beispiel ein Prinzip, das besagt, man möge von der gerade praktizierten Aktivität nur zu drei von insgesamt zehn Teilen nach außen zeigen und zu sieben Teilen nach innen fokussiert bleiben.
Wie für fast alles andere auch, gibt es in der Architekturgeschichte eine Fülle an Beispielen, bei denen diese einfache, aber profunde Formel beherzigt wurde. Eines der jüngsten haben wir mit dem Haus am Wald beigesteuert.
Sein Entrée liegt an der wenig frequentierten Straße, von wo aus das Gebäude sehr schlicht und still erscheint. Zum Garten aber öffnet es sich in einer U-förmigen Spange ganz zum Fernblick und zum umgebenden Wald, ohne es auf einen vordergründigen Wow-Effekt abgesehen zu haben und sich im vergeblichen Versuch zu verausgaben, die natürliche Schönheit des Ortes übertreffen zu wollen. Übersetzte man seinen klaren formalen Ausdruck mit den unterschiedlich geneigten Satteldächern und seine dunkle Außenhülle aus Holz in eine menschliche Sprache, ergäbe das wohl die Einladung, das Wesentliche im Inneren und in der Natur zu suchen und zu finden.
Die Natur ist denn auch substanzieller Teil des Interieurs nach unserem Design: Böden aus Holz und Stein, Natursteinwände, Holztramdecken sowie Schwarzstahlgeländer da und dort. Die Größe des Waldes und die Weite des Himmels über der Stadt aufnehmend, erreichen manche Räume Höhen bis acht Meter und werden so zum Ort, an dem sich Leere und Fülle begegnen.